ISCHÄMIE
Chronische Ischaemie
Unter einer Ischämie versteht man arterielle Durchblutungsstörungen eines Gewebes infolge
unzureichender (= relative Ischämie) oder
fehlender ((= absolute Ischämie (Blutleere)) arterieller (= eine Schlagader betreffende) Blutzufuhr,
bedingt durch Einengung bzw. Verschluß der
Gefäßlichtung (z.B. bei akutem (= plötzlichem)
Arterienverschluß,
arterielle Verschlußkrankheit, Koronarinsuffizienz,
Hirnischämie) oder durch Gefäßkrampf
(z.B. bei Morbus Raynaud,
Prinzmetal Angina, Ergotismus) oder
durch Abschnürung einer Arterie (z.B. bei künstlicher Blutstillung bzw. bei
Schwellung oder Tumor).
Diese Durchblutungsstörungen
führen zu Sauerstoffmangel (Hypoxie, Anoxie) mit Abblassung, Abkühlung und
Volumenabnahme der betroffenen Gewebe, bei längerem Bestehen oder hohem
Hypoxiegrad zur Nekrose (= örtlicher Gewebstod).
Bei akutem Arterienverschluß im Extremitäten bereich (= Arme oder Beine ) wird zwischen einer kompletten Ischämie bzw. inkompletten Ischämie (= Ischämie-Syndrom) unterschieden. (Modifiziert nach Roche)
Sowohl eine absolute als auch eine relative Ischämie können Schmerzen bewirken (nicht im Gehirn, da dieses Organ schmerz unempfindlich ist).
Hier nun typische Krankheitsbilder, die mit Schmerzen aufgrund einer Ischämie einhergehen und deshalb Anlaß zur einer spezielle n Schmerztherapie geben können:
1) Die
häufigste Ursache für eine Ischämie
ist sicherlich die peri
phere (= Ar me
oder Be ine
betreffende) arter
ielle (= eine Schlagader
betreffende)
Durchblutungsstörung.
Dabei kommt es zu
einer Stenosierung (=
Verengung) der Blutgefäße.
Die Symptome (=
Krankheitszeichen) hängen
vom Ausmaß der Stenosebildung ab, aber auch davon, wie rasch
sich diese entwickelt, denn bei langsamem Fortschreiten können sich
Kollateralen (= Gefäße, die die
Engstelle umgehen, überbrücken) bilden.
Deshalb reicht die klinische Symptomatik
(= Krankheitszeichen) von einer unbestimmten Mißempfindung
in den Be inen über die klassische
Claudicatio intermittens (=
"Schaufensterkrankheit")
bis zu
heftigsten akuten
Schmerzen, verursacht durch eine Embolie
(= plötzlicher Verschluss eines Blutgefäßes).
Eine
arterielle Durchblutungsstörung geht mit charakteristischen
Merkmalen einher. Dies sind bei Belastung zunehmende
Schmerz
en,
Blässe und Untertemperatur der Haut, abgeschwächte oder fehlende periphere (=
tastbare) Pulse, Neigung zu Nekrosen (= örtlicher
Gewebstod) und sono- bzw. angiographisch (=
Untersuchungen mittels bildlicher Darstellung der Blutgefäße)
nachweisbare organische Strömungshindernisse.
Mehr über dieses Krankheitsbild und die Schmerzbehandlung erfahren Sie hier: www.arterielle-durchblutungsstoerung.de (einfach anklicken)
2) Eine weitere Ursache für eine Ischämie ist das Raynaud-Syndrom (Morbus Raynaud), das in zwei Formen auftritt:
Das primäre Raynaud-Syndrom ist eine rein funktionelle Störung im Bereich der kleinen Arterien der Hände und Füße, bzw. Finger und Zehen. Eine Grunderkrankung kann nicht aufgedeckt werden, weshalb dieses Syndrom als primär, idiopathisch oder auch essentiell bezeichnet wird. In typischer Weise tritt der idiopathische Morbus Raynaud symmetrisch auf, wobei meist Daumen oder Großze hen ausgespart bleiben. Die Langzeitprognose (= Vorhersage über den wahrscheinlichen Verlauf und Ausgang einer Kran kheit über einen längeren Zeitraum) ist beim primären Raynaud-Syndrom gegenüber der sekundären Form als günstiger zu bezeichnen.
Das sekundäre Raynaud-Syndrom, auch als symptomatisches (= infolge einer anderen Er krankung auftretender) Raynaud-Syndrom bezeichnet, ist gekennzeichnet durch einen (meist) asymmetrischen (= ungleichen) Befall der Hä nde und/oder F üße.
Das sekundäre Raynaud-Syndrom kommt als Begleiterkrankung bei Arteriopathien (= Erkrankungen der Schlagader), Kollagenosen (= Defekt im Immunsystem mit Bindegewebsverhärtung), chronischer Traumatisierung (= zu einer Störung/Er krankung führende Einwirkung) und Vergiftungen (hpts. Ergotamin, aber auch Arsen und Blei) vor.
Mehr über dieses Krankheitsbild und Schmerztherapie bei dieser Ischämie erfahren Sie hier: www.morbus-raynaud.com (einfach anklicken).
3) Ischämie infolge E rgotismus
Bei einem ausgeprägten E rgota minmißbrauch (E rgotaminabusus) droht der gefürchtete E rgotismus, gekennzeichnet durch Durchblutungsstörungen infolge Vasospas mus (= überschießende funktionelle Gefäßverengung), v.a. der Gliedmaßen schlagadern, aber auch der Herzkranzarterien, Karotiden (= Halsschlagadern) und Nieren arterien.
Die Diagnose kann durch eine Röntgenuntersuchung (mit Kontrastmittel) gestellt werden: so sind z.B. die Schlagadern der Bei ne deutlich verengt, aber glattrandig, während bei artheriosklerotischen (= durch Kalkablagerung bedingten) Durch blutungss törungen die Arterienwand uneben imponiert.
E rgotamin ist neben dem E rgometrin das wichtigste Secale-Alkaloid, ein Lysergsäure-Derivat. Die chemische Formel lautet: C33H35N5O5. E rgotamin wirkt zusammenziehend auf die glatte Muskulatur der Gefäße und der Gebärmutter, so daß es auch in der Geburtshilfe und Frauenheilkunde Verwendung findet.
Ergotamin ist ein potentes Kopfschmerzmittel und kommt hauptsächlich bei der Migräne, seltener beim Cluster-Kopfschmerz zum Einsatz.
Mehr über dieses Krankheitsbild und die Therapie bei dieser Ischämie erfahren Sie hier: www.ergotismus.de (einfach anklicken)
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Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.co.uk (einfach anklicken).
Laut Bundesregierung (http://www.die-gesundheitsreform.de/gesundhe itssystem/themen_az/infoblaetter/rehabilitation/index.html?param=st) haben seit dem 1.4.2007 alle gesetzlich versicherte Personen einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen und Sozialgerichte stärken die Rechte von Schmerzpatienten gegenüber den Rentenversicherungen. Danach hat ein Schmerzpatient ein Recht darauf, in einer schmerztherapeutischen Klinik behandelt zu werden. Hier gelangen Sie zu einem 1. Urteil (Sozialgericht Kassel). Mittlerweile gibt es diesbezüglich zwei weitere Urteile, so vom Landessozialgericht Hamburg: http://www.schmerz.com/schmerze n/sozialgericht2 und vom Sozialgericht Köln erging eine entsprechende, einstweilige Verfügung in nur 23 (!!) Tagen: www.schmerz.com/schmerze n/sozialgericht3.
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